was mach ich hier?

wenn ich doch eigentlich da sein will?
island ist ein traum und eigentlich gibt es keine worte. ich versuche es mal.

zuerst sind wir am flughafen gestrandet. das rad vom flugzeug war kaputt. ja gut, es soll doch nur fliegen! also start verschoben, auf 22 uhr. statt 13:20. nicht im ernst. da klaut uns die doofe fluggesellschaft einen halben tag unserer eh schon viel zu kurzen zeit. da ist man ausgeliefert am blöden flughafen. warten warten und aufstehen, hingehen, eingreifen wollen, selbermachen, aber geht ja nicht. bitte warten. sie stehlen unsere zeit.
ekelessen mit gutscheinen, die bei den preisen natürlich nicht essen und unglaublich nervige dauerlautsprecherdurchsagen. RIOT!
um 23:20 dann endlich doch boarding time. aber das flugzeug steht noch da, weils auf einmal gewittert und schüttet. naja. es ist dann doch noch abgehoben.
eng, aber gemütlich in seinem arm, bisschen schlafen, musik hören, aufwachen und den orion, der gestern noch über flingern hing, über island im flugzeugfenster sehen. isländischen boden betreten und direkt in den schnee treten. so, wie es sein sollte. wir wussten nie, wie wir es uns vorstellen sollten, aber so, wie wir es uns vorgestellt hätten, wenn wir es gekonnt hätten, war es. weiß eben.
um 4 uhr ortszeit (also 5 uhr bei uns) waren wir dann im bett.

morgens dann 23 kleidungsstücke anziehen und raus ins weiß. kaffee suchen, nein, erst isländisches geld, um kaffee zu kaufen, also ab in die bank und oh, wie praktisch, es gibt einen kaffeeautomaten mit gratiskaffee. und auch geld. also mit kaffee zuallererst ans meer. meer mit schneebergen gegenüberliegend und alles liegt so unglaublich blau unter blauem himmel mit tiefhängender strahlender isländersonne.



dann einfach durch reykjavík laufen, immer bergauf, immer der sonne entgegen, an der crazy kirche vorbei, über den tollen plattenladen 12 tonar stolpern, reingehen und das erste, was wir hören "kaffi?" oh ja, kaffee und musik hören und musik kaufen in unglaublich schönen covers und inlays, die isländer können das mit der schönen musik in schönem umfeld. und den netten verpeilten plattenverkäufer fragen, ob konzertmäßig irgendwas los ist in den tagen, in denen wir da sind und ja: reykjavík! spielen in reykjavík, heute abend. die band, die er mir auf meine mixcd gespielt hat, die er kennt von der c/o pop und so. nein, wir glaubten das nicht so ganz, aber es war so.
stumble & tumble round the place, viel geld für musik ausgeben und dann in den günstigsten supermarkt für essen, an der kasse fragt er die kassiererin "wieso sprichst du deutsch? hast du ein auto?" "ja, ich kann euch rumfahren, wenn ihr wollt." unglaublich. so ein zufall...
nach essen, bett, kaffee und eis dann etwas weniger warm anziehen und los zur barinn. und tatsächlich, punk im wohnzimmer, reykjavík! spielten, rockten eine kleine zimmerecke des ladens. und wir bestellten bier in erwartung des "7€ bitte", (bzw 7.000ISK), aber siehe da: es gab freibier!
alles einfach unglaublich. und der gitarrist lud uns dann noch zum rehearsal am nächsten tag ein.

am nächsten tag dann tatsächlich noch mehr musik in wohnzimmern. kaffee (natürlich), schokocroissants und schnee zum frühstück. isländischen trash gucken auf dem flohmarkt, krawatte gefunden, ja, my tie rocks better than yours...
dann touri-info wegen mietwagen (das mädchen an der kasse war dann doch zu redselig und wir wollten ja nur wir sein. zweisam.) dann eisschlittern am zugefrorenen tjörn mit enten. den zweiten plattenladen suchen und das hljómalind-kaffihús finden. ein wohnzimmercafé, in dem ein singer-songwriter nach dem anderen auftrat. so schön.

.although this song i wrote is probably the most pathetic one... i'll sing it anyhow.

dann wieder bürokratie, die den tag versauen will. zum automieten braucht man in island zwingend eine kreditkarte. sagte er uns dann, als wir das auto holen wollten. um aufzubrechen aufs land. kreditkarte? wir haben keine kreditkarte, was sollen wir damit? hatten zwar die nummer von seiner mitbewohnerin, aber sie hätte persönlich unterschreiben müssen.
aber was wir wollten, haben wir bekommen. nein, wie hätte man etwas wollen können, für das es keine worte gibt? aber jetzt ist es in mir und geht nicht mehr. wenn ich die augen schließe... licht, einfach licht...
wir haben dann endlich doch noch einen weg aufs und ins land gefunden. mit sehr viel cash auf dem tisch als sicherheit gab uns eine autovermietung dann doch ein auto. mit cash ist in disneyland wohl doch immer was zu machen. glücklicher- und spackigerweise.



und jede sekunde dieser fahrt war so... augen auf, mund auf, herz auf, so weit, so unglaublich ausfüllend und ausfühlend und das wird mich nie wieder loslassen.
ich weiß jetzt, warum sigur rós so klingen, wie sie klingen. und ich hätte es nie für möglich gehalten, dass diese musik, die mich so komplett ausfüllt, mal noch mehr bedeutung gewinnen könnte. aber ich habe hier das pendant gefunden. das land. die landschaft. die so klingt wie die musik. es ist die musik.





schneewehen und berge und steinwüste mit schneekuppen und dann wieder schneefreie landschaft, dann ein halb eingefrorener wasserfall, dann ging die sonne unter und wir riefen beide nur laut WOAH, als wir nach oben sahen an den sternenhimmel. der ja bei uns im norden schon großartig ist in klaren nächten. aber hier hatte man wirklich das gefühl und hier sah man, dass da mehr sterne am himmel sind als sonst irgendwas.
als ich weinend dastand, unter dieser riesigen sternenglocke, auf isländischem schneeboden, in der eiseskälte im klirrenden wind, eingepackt und an ihn gelehnt und über uns an den himmel gemalt flirrte und sauste (nein, hör auf, worte dafür finden zu wollen) das nordlicht und aus dem autofenster klang sigur rós dazu, war das einfach das schönste.
als wir uns dann stunden später vom immer wieder neu einsetzenden lichtsturm da am himmel lösen konnten, begleitete es uns noch auf dem rückweg. im seitenfenster über den bergen.

nach diesem unglaublichen landschaftserlebnis haben wir den letzten tag dann nochmal in der stadt verbracht, postkarten schreiben im café, durch die schrägen läden treiben lassen, mehr musik hören und mitnehmen, das riceboy sleeps-buch. sowas. abends noch einen langen spaziergang durch schnee (endlich auch mal von oben, genau passend, die ganze zeit blauen himmel und sonne und am letzten abend, als es eh schon dunkel war dann schnee zum mit den zungen auffangen) auf der suche nach einem restaurant, dann doch in den 24stunden-supermarkt und nachts noch lachs-spinat-pfannkuchen kochen und essen. packen. anderthalb stunden schlafen/dösen, aufstehen, um 5 den shuttlebus zum flughafen. pünktlich starten, dem schnee und diesem traumland tschüß sagen. ich will bleiben. ich will wieder da sein.
nach einem grässlichen regnerischen tag in amsterdam jetzt endlich wieder zu hause.
immerhin mit islandmusik.

bald dann mehr bilder und größer und richtig im photobucket.

+ unglaublich müde, aber unglaublich glücklich.
# amiina -- rugla
5.2.08 20:26
 






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